Die Haltung von DurDe! bezüglich bestimmer politischer Themen in der Türkei

 

Die “kurdische Frage”: Das Lösen der kurdischen Frage stellt für DurDe! einen wichtigen Teil des Demokratisierungsprozesses innerhalb der Türkei dar. Wir betrachten die „Frage“ als etwas Multidimensionales, welche die Aspekte der politischen kurdischen Führung genauso inkludiert, wie der Aspekt des Militarismus, die Bedürfnisse der Bevölkerung, der Ökonomie, sowie kulturelle Dimensionen. Wir unterstüzen die demokratischen und kulturellen Fordeurng der kurdischen Bevölkerung, speziell die in Bezug auf Sprache, der Redefreiheit und der Partizipation in politischen Prozessen. DurDe! glaubt, dass sich das politische Klima in der Türkei (weiterhin) zu Gunsten von extremistischen, rechten Kräften und dem Militär entwickeln wird, solange es keine Lösung zu dieser Frage gibt.

Die Meinung bezüglich des Tragens von Kopftüchern: Muslimische Frauen, welche das Kopftuch in der Türkei tragen, werden von einigen elitären “Sekularisten“ als eine Bedrohung für das Kemalistische Regime angesehen und sind daher in einigen, bestimmten öffentlichen Räumen (wie beispielsweise in Universitäten) verboten. Gerade junge Muslima bleiben, durch diese Einschränkungen, vermehrt den Universitäten und anderen öffentlichen Bereichen fern. DurDe! stimmt mit diesem Ansatz nicht überein und unterstützt die Glaubensfreiheit und die Ausübung ebendessen von muslimischen Frauen (wie aller anderen Religionen auch). Wir glauben, dass der Staat nicht in die individuelle Wahl von Kleidung sowie religiöser Praktiken eingreifen sollte.

“Die armenische Frage”: Über 60 000 Armenier, welche in der Türkei leben, werden regelmäßig zur politischen Zielscheibe bzw. Thematik, sowohl von türkischer als auch von armenischer Seite und sind in mehrererlei Hinsicht Diskriminierung ausgesetzt. Die Haltung seitens des Armenischen Staates und der türkischen  Armenier bezüglich der Anerkennung der „großen Katastrophe“, welche 1915 ungefähr 1,5 Millionen Armeniern das Leben kostete, als Genoizid, spielt hierbei eine wichtige Rolle. DurDe! glaubt, dass die Ereignisse von 1915, gemäss der UN Konvention zur Vorbeugung und Bestrafung von Genoizid Verbrechen, als Genoizid betrachtet und anerkannt werden müssen. Wir sind gegen eine Verleugnung der Thematik und denken, dass öffentliche Diskussionen ebendieser vorbeugen können. Durde! lehnt strikt die Diskriminierung von türkischen Armeniern ab und tritt für einen friedlichen Dialog mit dem armenischen Staat ein.

Militarismus und Demokratie: Die politische und soziale Gewichtung und Bedeutung der Armee in der Türkei ist größer als es in demokratischen Strukturen sein sollte. Dies ist ein Rückschritt für den Demokratisierungsprozess des Landes. DurDe! unterstützt einen Demokratisierungsprozess, in welchem die Armee unter Aufsicht von Zivilbehörden handelt.

Rassismus und Nationalismus: DurDe! lehnt jegliche Formen von Rassismus, Nationalismus, Diskriminierung aufgrund von Ethnizität, sowie hate crimes strikt ab.

Anti-Semitismus: Anti-Semitismus ist in der Türkei weit verbreitet. Meinungen gegen den Israelischen Staat können in der Türkei schnell in einen Anti-Semitismus abdriften, sogar innerhalb der Linken sowie bei Kriegsgegnern. DurDe! spricht sich klar gegen alle Formen von Anti-Semitismus aus.

Islamophobie und Glaubensfreiheit: Wenngleich ein großer Teil der türkischen Gesellschaft islamischen Glaubens ist, so können dennoch, vor allem seitens des Kemalistischen Lagers, islamophobe Einstellungen festgestellt werden.  Auf der anderen Seite können strukturelle bzw. formelle Gegebenheiten in Bezug auf andere religöse Gruppierungen manchmal zu Einschränkungen bezüglich der Glaubensfreiheit führen. DurDe! ist für eine Glaubensfreiheit aller religiöser Gruppen und lehnt eine staatliche Einmischung in religiöse Angelegenheiten ab.

Hate crimes: DurDe! spricht sich eindeutig gegen hate crimes und hate speeches aus. Hierbei betrachten wir alle Dimensionen von hate crimes und arbeiten daran diese an zivilgesellschaftliche Organisationen, Medien, öffentliche Verwaltungsgremien und Politikern heranzutragen.

Minderheiten: Die Türkei weist eine große ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Diversität auf. Auch wenngleich die offiziellen staatlichen Regulierungen und politische Praktiken einen starken Hang zur Homogenisierung und Assimilation haben und Minderheitensprachen unterdrückt werden, so versteht DurDe! Diversität als eine Bereicherung und ist gegen jegliche Form von kultureller und ethnischer Repressionen gegenüber Minderheiten. Durde! ist für eine freie Meinungsäußerung aller Identitäten.